Gelüste nach Fett?


An was denkst du spontan wenn du Fett hörst? Die Weihnachtsgans, Pommes, eine explodierte Küche oder adipöse Menschen? Woher kommt unsere Lust an fettigen Speisen?

Fett
Ein Blick zu unseren Steinzeitvorfahren verrät, dass diese es viel schwerer hatten an Fleisch von grossen Tieren heranzukommen als an Wurzeln, Blätter, Beeren, Samen etc. Ihre Steinzeiternährung bestand vornehmlich aus vegetarischer Nahrung, die es im Überfluss gab. Fleisch wurde als ein besonderer Genuss empfunden, dass nicht täglich auf dem Speiseplan stand.
Das erklärt warum wir heutzutage immer noch gerne Salat, Gemüse und Früchte essen aber kein explizites Verlangen danach haben. Denn etwas, das immer verfügbar ist, schafft kein Anreiz für unser Belohnungszentrum im Gehirn.
Müssen wir hingegen etwas erarbeiten oder um etwas kämpfen, dann ist unser Interesse geweckt und das Verlangen gross.

So war wertvolles Protein und tierisches Eiweiss in der Steinzeit auf Grund ihrer besonderen Nährstoffe und die mühsame Beschaffung sehr begehrt. Die Motivation war enorm hoch, trotz oder gerade wegen der mühevollen Beschaffung von tierischer Nahrung.

Nährstoffoptimierungsprogramm

Wissenschaftler sprechen hier von dem Nährstoffoptimierung– Genuss von pflanzlicher Nahrung zur täglichen Grundversorgung und das Verlangen nach tierischem Eiweiss und Fett.

Sich vegetarisch zu ernähren war bis vor einiger Zeit noch recht mühsam und eben gerade deswegen interessant und beliebt. Heute ist es eher die vegane Ernährung, die einen Trend setzt.
Es ist mit viel Recherchen über die Eigenschaften einzelner Nahrungsmittel verbunden, um nicht Mangelerscheinungen besonders im Bezug auf Eiweiss zu forsieren.

Zurück zum Ursprung – Steinzeit. Im Laufe der Evolution wuchs die Grösse des Gehirnes und damit auch der Energiebedarf. Denn unser Gehirn benötigt rund 50% unserer Körperenergie. Der Mensch suchte nach besonders energiereichen Nahrungsquellen. Energiereich war alles was viel Fett enthielt, denn Fett enthält rund doppelt so viel Kalorien wie Kohlenhydrate oder Eiweiss.

Passend dazu war alles was süss war, besonders Honig und süsse, sehr reife Früchte standen auf dem Speiseplan. Auch das Kochen gewann an Bedeutung, denn gegartes Gemüse enthält mehr Energie als Rohkost.
Wissenschaftler sprechen hier von dem Energiemaximierung.

 

Wir müssen uns also nicht schlecht fühlen, wenn wir Vorlieben für energiereiche, fette Nahrung haben. Denn dies wurde in unseren Genen schon vor Jahrhunderten so verankert und gilt bis heute. Haben wir also Gelüste nach Kuchen, fette Bratwurst oder Pommes dann folgen wir unseren Genen und agieren nach dem 2 Millionen Jahre alten Erfolgsprinzip.
Das wissen auch die Fastfoodketten und bieten an, was in der Jäger- und Sammlerzeit schmekte, heisses Fleisch, fettige und nährstoffreiche Zutaten wie Pommes, Brötchen und Salat mit Ziwiebeln. Um alles zu toppen, darf man auch noch mit den Fingern essen!

Fett

Ebenso ist in unseren Genen die Sozialefunktion der Nahrungsaufnahme verankert. Angefangen mit der Beschaffung über die Zubereitung und das gemeinsame Essen um das Feuer. Essen war schon immer etwas, was man in der Gesellschaft tat. Grenzt man sich in einer Gruppe mit seinem Essverhalten aus, gefährdet man den Gruppenzusammenhalt und gilt als Ausenseiter.

Spätestens merkst du das, wenn du mit Kollegen essen gehst und einer Diät folgst und „anderst“ bestellst als die Gruppe. Darum funktionieren Abnehmgruppen so gut in Sozialen Netzwerken oder bei Weight Watchers.

 

Als letzten Punkt gibt es da noch die sexuelle Selektion, die die Fortpflanzung optimieren soll. Während der Menschheitsentwicklung wurden Frauen mit mehr Pfunden auf den Rippen bevorzugt, denn schliesslich brauchten sie Energie und Kraft für die Schwangerschaft und die Stillzeit danach. So wurden Frauen bevorzugt, denen man ansah, dass sie diese Strapazen meistern konnten und nicht an Unterernährung sterben würden.

 

Zusammengefasst kann man sagen: Unsere Motivation für Fette und nährstoffreiche Nahrung, üppige Mahlzeiten in geselliger Runde, basieren auf vier biologischen Programmen:

 

  • Nährstoffoptimierung
  • Energiemaximierung
  • Soziale Funktion
  • Sexuelle Selektion

 

Ignorieren wir diese 2 Millionen Jahre alte Programme werden wir mit dem Abnehmen keine Freude haben. Entscheident ist allerding WAS wir zur Erfüllung dieser biologischen Programme zu uns nehmen.

Sicher ist Mager- und Diätprodukte gehören nicht dazu!!!


Einfache Hilfsmittel können uns unterstützen, wenn wir uns nicht sicher sind, ob die ein oder andere Nahrung zu unserem vererbten Genmaterial passt oder nicht. Das Nahrungsangebot einfach mal überprüfen auf folgende Fragen bzw Finger weg von allem:

  • was unsere Grosseltern nicht als Essen erkannt hätten
  • was quadratisch, rechteckig oder sonst unnatürlich geformt ist
  • auf der Zutatenliste mehr als 3 Inhaltsstoffe stehen
  • Inhaltsstoffe enthält, das ein Grundschulkind nicht aussprechen kann

 

Wann  werden Fettzellen verbrannt?

 

Der Körper hat zwei Speicher, in denen er Energie sammelt. Zum einen ist es der kleine Kohlehydratspeicher und zum anderen der fast beliebig grosse Fettspeicher. Fette werden erst zur Verbrennung herangezogen wenn der kleine Kohlenstoffspeicher nahezu leer ist.

Fett

Das hängt damit zusammen, dass Glycose in unserem Blut sauer verstoffwechselt wird und die Blutgefässe angreift. Somit sorgt das Insulin, dass möglichst wenig Glucose im Blut vorhanden ist.

 

         In Anwesenheit von Insulin lasses sich Fettzellen nicht öffnen!

 

Das Insulin setzt sich wie ein Korken auf die Fettzellen und verhinder die Verbrennung von Fett und sorgt dafür, dass der durch Kohlenhydrate erzeugte Zucker zuerst verbrannt wird.

Für jemand der abnehmen möchte bedeutet das im Umkehrschluss auf Lebensmittel zu verzichten, die Insulin hervorlocken. Das sind Lebensmittel mit einem kleinen Glykämischen-Index.

Da nun in fast allen Nahrungsmitteln Glucosemolekühle versteckt sind, solltest du, wenn du abnehmen möchtest darauf achten, auch mal 3-4 Stunden nichts zwischen durch zu essen und dich auf die Hauptmahlzeiten beschränken.

 

Gute Fette braucht der Mensch

In einer Zeit, wo Schlanksein in jeder Zeitschrift und Werbung als schön dargestellt wird, haben die Fette einen schweren Stand und werden als „böse“ eingestuft.
Wohin so ein Schlankheitswahn führt sieht man in den USA, wo es mehr fettreduzierte Diät- und Light-Produkte gibt als andere. Und trotzdem mehr dicke Menschen leben als sonst wo in der Welt.

 

Schauen wir uns zunächst mal die Aufgaben der Fette /Lipide an.

 

  • Fett schützt unsere Organge als Organfett
  • Fette sind die wichtigsten Energiereserven, das Depotfett
  • Fette stellen einen hohen Anteil an der Gewebsmasse des Zentralennervensystems da
  • die meisten Nerven sind von Fett ummantelt
  • Fettgewebe ist unsere grösste Hormondrüse kann man sagen, sie produziert regelmässig Östrogen und Leptin, welches unser Hungergefühl steuert.

 

Fettsäuren
Fett

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Die Fettsäuren sind chemisch gesehen Karbonsäuren mit mehr als 6 Kohlenstoffatomen, dh am Ender ihres Kohlen-Wasserstoff-Grundgerüstest hängt noch eine COOH-Gruppe

Fettsäuren mit nur Einfach-Kohlenstoffverbindungen nennt man gesättigte Fettsäuren. Sie sind meist in festem Zustand und sind hitzebeständiger als ungesättigte Fettsäuren mit Doppelbindungen oder Mehrfach-Doppelbindungen den sogenannten mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

 

  • Gesättigte Fettsäuren– Butter, Schmalz, Kokosfett
  • Ungesättigte Fettsäuren- Olivenöl
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren- die meisten Pflanzenöle


Fettsäuren, besonders die ungesättigten Fettsäuren, sind sehr instabil und Wärme/Hitze unbeständig.

Freie Radikale, die „Schlägertruppe“ in unserem Körpter, greifen bevorzugt Fettsäuren an.
Hier spielen Antioxidantien wie Vitamin E und C eine grosse Rolle. Fettsäuren enthalten reichlich Vitamin E und in Kombination mit Vitamin C schützen sie sich ideal vor diesen Angriffen von freien Radikalen.


Vitamin E wird allerdings bei 45 Grad zerstört. Das heisst wenn du also Fett erhitzen möchtes wie beim Braten, solltest du auf gesättigte Fettsäuren sprich Kokosfett, Schmalz und Butter zurückgreifen. Dies ist für freie Radikale nicht so attraktiv.

 

                             Pflanzliche Öle gehören ausschliesslich in die kalte Küche!

Fett

Eine weitere Einteilung der Fettsäuren wird durch die Unterscheidung an welchem Kohlenstoffatom sich die erste Doppelbindung befindet. Davor wird ein „Omgea“ gestellt. So erhällt man die Omega3,6 und 9 Fettsäuren.
Der Organismus kann mehrfach ungesättigte Fettsäuren nicht selbst herstellen da sie aber wie die Aminosäuren essenziell sind, müssen sie über die Nahrungsaufnahme zugeführt werden. Omega 3- kann nicht in Omega 6 -Fettsäuren umgewandelt werden, somit ist die Zufuhr beider Fettsäuren wichtig.

 

Omega 3 Quellen:

Leinöl ( ein Teelöffel am Tag genügt. ZB in einem Shake oder Smoothy)
Walnüsse
fetter Seefisch
Chia-Samen

Kapseln als Nahrungsergänzung ( auf Qualität achten!)

 

Wer sollte besonders auf Omega 3 Quellen achten?
  • Menschen mit chronischen und wiederkehrenden Entzündungen der Gelenke, Haut und Zahnfleisch
  • Omega 3 ist Nervennahrung, sorgt für bessere Konzentration, unterstützt das Hirnwachstum, ideal für Kinder im Wachstum
  • es ist ein Antidepressivum und sorgt für bessere Laune (Achtung KEIN Medikament!)
  • die Teilung der Hautzellen wird verbessert, daher gut für Menschen mit Hautdefiziten wie Neurodermitis, Ekzemen usw.
  • schützt Blutgefässe vor Ablagerungen und beugt Arteriosklerose und Bluthochdruck vor
  • Menschen die angeblich auf Brot nicht verzichten können hilft es von der „Brotsucht“ weg zu kommen

 

Das Verhältnis Omega3- zu Omega6-Fettsäuren lag in der Steinzeit noch bei deutlich mehr Omega 3. In der heutigen Zeit überwiegt leider häufig die Omega 6-Fettsäure, was zu chronischen Entzündungen führen kann.

Sonnenblumenöl z B hat ein Omega6 zu Omega3 Verhältnis von 128:1! Anzustreben ist ein Verhältnis von bis zu 5:1. Nur dann besteht eine Balance und der Körper wird in der Gesundheit unterstützt.

In der Folge solltest du auf genügend Omega3-Fettsäuren achten. Zum Beispiel Chiasamen ins Müsli, Leinöl in Shake oder grünen Smoothy oder auf ein Nahrungsergänzungspräparat zurückgreifen.

 

Zum Schluss noch ein Wort zu den Transfettsäuren. Sie sind eine Untergruppe der ungesättigten Fettsäuren, sind äusserst schädlich und stammen aus der industriellen Fettverarbeitung.

Fett

Sie beeinflusse den Cholesterinwert negativ, fördern Entzündungen und hemmen die positiven Eigenschaften von Omega3 Fettsäuren. Es gilt die Vermeidung von industriellen Fetten in Süsswaren, Chips und Pommes sowie Fertigprodukte und diätetische Milchprodukte wie spezielle Margarine etc.

Bleib neugierig und let your day be a sunny day

Sandra Mack